Schwerbehinderte am Arbeitsmarkt Statistik Tabelle: Beschäftigungsquote, Arbeitslosenquote & Qualifikationsstruktur 2026

Wie gut sind Menschen mit Schwerbehinderung in den deutschen Arbeitsmarkt integriert? Die aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen für 2026 ein differenziertes Bild. Die neuesten verfügbaren Arbeitsmarktdaten beziehen sich überwiegend auf das Jahr 2025. Danach waren rund 1,14 Millionen Menschen mit Schwerbehinderung in Betrieben mit mindestens 20 Arbeitsplätzen beschäftigt. Die Erwerbstätigenquote schwerbehinderter Menschen lag bei 50,9 %, während sie in der Gesamtbevölkerung 77,2 % betrug. (Arbeitsagentur)

Gleichzeitig lag die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen 2025 bei 12,0 %. Zum Vergleich: Für alle Arbeitslosen lag die entsprechend berechnete Referenzquote bei 7,6 %. Bei der Qualifikationsstruktur zeigt sich allerdings, dass schwerbehinderte Arbeitslose keineswegs überwiegend ohne Berufsabschluss sind: 52 % verfügten über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen akademischen Abschluss. (Arbeitsagentur)

Arbeitsmarkt für Schwerbehinderte 2026: Die wichtigsten Zahlen

Kennzahl Wert Bezugsjahr
Beschäftigte mit Schwerbehinderung in Betrieben ab 20 Arbeitsplätzen ca. 1,14 Mio. 2024
Erwerbstätigenquote schwerbehinderter Menschen 50,9 % 2025
Erwerbstätigenquote Gesamtbevölkerung 77,2 % 2025
Arbeitslose schwerbehinderte bzw. gleichgestellte Menschen ca. 185.000 2025
Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen 12,0 % 2025
Referenzquote aller Arbeitslosen 7,6 % 2025
Abgeschlossene Berufsausbildung oder akademischer Abschluss bei arbeitslosen Schwerbehinderten 52 % 2025
Übergang in Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt bzw. Ausbildung/Selbstständigkeit ca. 62.000 2025

Wichtig ist die unterschiedliche zeitliche Grundlage: Die Beschäftigungsstatistik nach dem Anzeigeverfahren liegt für 2024 vor, während die Arbeitsmarkt- und Arbeitslosigkeitsdaten für 2025 aktuell verfügbar sind. Der im April 2026 veröffentlichte Bericht der Bundesagentur für Arbeit beschreibt damit den Arbeitsmarktstand, der für die Einordnung im Jahr 2026 herangezogen werden kann. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Beschäftigungsquote von Menschen mit Schwerbehinderung

Die Erwerbstätigenquote ist eine wichtige Kennzahl für die Beteiligung am Arbeitsmarkt. 2025 lag sie bei Menschen mit Schwerbehinderung bei 50,9 %. Für die Bevölkerung insgesamt betrug sie im gleichen Bezugsrahmen 77,2 %. (Arbeitsagentur)

Damit ist der Abstand zwischen beiden Gruppen erheblich. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass Menschen mit Schwerbehinderung im Durchschnitt deutlich älter sind. Das Alter beeinflusst die Erwerbsbeteiligung ebenfalls.

Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen nicht isoliert anhand einer einzigen Quote betrachtet werden sollte.

Beschäftigte mit Schwerbehinderung: Statistik-Tabelle

Die Zahl der beschäftigten Menschen mit Schwerbehinderung in anzeigepflichtigen Betrieben hat sich in den vergangenen Jahren insgesamt erhöht.

Jahr Beschäftigte mit Schwerbehinderung in Betrieben ab 20 Arbeitsplätzen
2019 rund 1,06 Mio.
2020 rund 1,05 Mio.
2021 rund 1,07 Mio.
2022 rund 1,09 Mio.
2023 rund 1,12 Mio.
2024 rund 1,14 Mio.

Für 2024 meldeten die entsprechenden Betriebe insgesamt rund 1,14 Millionen Beschäftigte mit Schwerbehinderung. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Anstieg von 1,5 %. Die allgemeine Beschäftigung stieg im gleichen Zeitraum um 0,4 %. (Arbeitsagentur)

Bundesagentur für Arbeit – Beschäftigung schwerbehinderter Menschen

Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen 2025

Die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen lag 2025 bei 12,0 %. Sie erhöhte sich damit gegenüber 2024 um 0,4 Prozentpunkte.

Zum Vergleich lag die entsprechende Referenzquote für alle Arbeitslosen bei 7,6 %. Beide Werte beziehen sich auf eine eingeschränkte Bezugsgröße und sind deshalb nicht mit jeder allgemeinen Arbeitslosenquote aus anderen Statistiken unmittelbar vergleichbar. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Jahr Arbeitslosenquote Schwerbehinderte Referenzquote
2019 10,9 % 6,2 %
2020 11,8 % 7,3 %
2021 11,5 % 7,0 %
2022 10,8 % 6,4 %
2023 11,0 % 6,9 %
2024 11,6 % 7,3 %
2025 12,0 % 7,6 %

Die Zeitreihe zeigt, dass die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen 2022 zunächst auf 10,8 % zurückging. Seitdem ist sie wieder gestiegen und erreichte 2025 12,0 %. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Rund 185.000 schwerbehinderte Menschen arbeitslos

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 185.000 schwerbehinderte oder ihnen gleichgestellte Menschen arbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies einen Anstieg um etwa 9.000 Personen beziehungsweise 5,4 %. (Arbeitsagentur)

Die Altersstruktur spielt dabei eine wichtige Rolle:

Altersgruppe Anteil der arbeitslosen Schwerbehinderten 2025 Anzahl ungefähr
unter 25 Jahre 4 % 8.000
25 bis unter 55 Jahre 47 % 88.000
55 Jahre und älter 48 % 89.000
Gesamt 100 % 185.000

Fast die Hälfte der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen war damit mindestens 55 Jahre alt. Das unterscheidet diese Gruppe deutlich von vielen anderen Arbeitslosen. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Qualifikationsstruktur schwerbehinderter Arbeitsloser

Ein interessanter Aspekt der Arbeitsmarktstatistik ist die formale Qualifikation. Schwerbehinderte Arbeitslose sind keineswegs überwiegend Menschen ohne beruflichen Abschluss.

2025 verfügten 52 % der arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen akademischen Abschluss. Bei allen Arbeitslosen lag dieser Anteil bei 45 %. (Arbeitsagentur)

Qualifikationsniveau Schwerbehinderte Arbeitslose 2025
Abgeschlossene Berufsausbildung oder akademischer Abschluss 52 %
Ohne entsprechenden Abschluss bzw. sonstige/keine Angabe 48 %
Gesamt 100 %

Die 52 % setzen sich aus Personen mit beruflicher und akademischer Qualifikation zusammen. Die Bundesagentur weist damit darauf hin, dass formale Qualifikationen allein nicht erklären, warum der Übergang in Beschäftigung für schwerbehinderte Arbeitslose schwieriger ist. (Arbeitsagentur)

Berufsausbildung bei arbeitslosen Schwerbehinderten

Bereits für 2024 zeigte die Arbeitsmarktstatistik eine vergleichsweise hohe formale Qualifikation. Damals verfügten 53 % der arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Bei den nicht schwerbehinderten Arbeitslosen waren es 44 %. (Arbeitsagentur)

Diese Zahlen haben eine wichtige Aussagekraft für die Betrachtung der Qualifikationsstruktur: Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Schwerbehinderung ist nicht einfach auf fehlende Ausbildung zurückzuführen.

Dabei muss allerdings zwischen formaler Qualifikation und den konkreten Anforderungen einer offenen Stelle unterschieden werden. Auch Berufserfahrung, Alter, gesundheitlich bedingte Einschränkungen, Arbeitsplatzgestaltung und die Passung zwischen Qualifikation und Tätigkeit können für den Übergang in Beschäftigung eine Rolle spielen.

Wie viele schwerbehinderte Menschen finden eine Beschäftigung?

2025 konnten etwa 62.000 Menschen mit Schwerbehinderung ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt beenden. In dieser Zahl enthalten sind auch Selbstständigkeit und der Beginn einer betrieblichen Ausbildung. Gegenüber 2024 entsprach das einem leichten Plus von 0,7 %. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Die sogenannte Abgangsrate lag 2025 bei 2,8 %. Das bedeutet, dass durchschnittlich etwa 2,8 von 100 im jeweiligen Vormonat arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch eine Beschäftigungsaufnahme am ersten Arbeitsmarkt, eine betriebliche Ausbildung oder Selbstständigkeit beendeten. Bei nicht schwerbehinderten Arbeitslosen lag diese Abgangsrate bei 6,2 %. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Beschäftigungspflicht von Arbeitgebern

Ein wichtiger Bestandteil der deutschen Beschäftigungspolitik ist die gesetzliche Beschäftigungspflicht. Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen müssen grundsätzlich auf wenigstens 5 % ihrer Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen beschäftigen. Werden diese Vorgaben nicht erfüllt, kann eine Ausgleichsabgabe anfallen.

2024 gab es rund 181.000 anzeigepflichtige Arbeitgeber. Davon erfüllten 39 % ihre Beschäftigungspflicht vollständig. Weitere 36 % erfüllten sie teilweise. Rund ein Viertel der Arbeitgeber besetzte keine Pflichtarbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen. (Arbeitsagentur)

Erfüllung der Beschäftigungspflicht Anteil 2024 Anzahl Arbeitgeber ungefähr
vollständig erfüllt 39 % 71.000
teilweise erfüllt 36 % 65.000
keine Pflichtarbeitsplätze besetzt ca. 25 % 45.000
Gesamt 100 % 181.000

Mehr als die Hälfte der Arbeitgeber, die ihre Pflicht vollständig erfüllten, beschäftigte sogar mehr schwerbehinderte Menschen als gesetzlich vorgeschrieben. (Arbeitsagentur)

In welchen Branchen arbeiten Menschen mit Schwerbehinderung?

Menschen mit Schwerbehinderung arbeiten in zahlreichen Bereichen der deutschen Wirtschaft. Besonders viele Beschäftigte finden sich unter anderem im Verarbeitenden Gewerbe, in der öffentlichen Verwaltung, im Handel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Die öffentliche Verwaltung weist bei der Erfüllung der Beschäftigungspflicht eine besonders hohe Quote auf. Auch das Verarbeitende Gewerbe sowie der Gesundheits- und Pflegebereich erreichen überdurchschnittliche Werte. (Arbeitsagentur)

Damit ist die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen nicht auf bestimmte wenige Branchen beschränkt. Die Daten zeigen vielmehr eine breite Verteilung über unterschiedliche Wirtschaftszweige.

Schwerbehinderte am Arbeitsmarkt im Vergleich zur Gesamtbevölkerung

Für eine Einordnung der Beschäftigungssituation können die wichtigsten Quoten gegenübergestellt werden:

Arbeitsmarktkennzahl Schwerbehinderte Gesamtbevölkerung bzw. Referenz
Erwerbstätigenquote 2025 50,9 % 77,2 %
Arbeitslosenquote 2025 12,0 % 7,6 % Referenzquote
Anteil mit Berufsausbildung oder akademischem Abschluss unter Arbeitslosen 52 % 45 %
Abgangsrate in Beschäftigung/Ausbildung/Selbstständigkeit 2,8 % 6,2 %

Die Werte sind nicht alle methodisch identisch und sollten deshalb nicht als einfache „Erfolgsquote“ interpretiert werden. Besonders bei der Arbeitslosenquote verwendet die Bundesagentur eine eingeschränkte Bezugsgröße. (Arbeitsagentur)

Warum sind die Arbeitsmarktdaten für 2026 teilweise Daten von 2025?

Die Bezeichnung „Statistik 2026“ bedeutet bei diesem Thema nicht, dass alle Kennzahlen bereits für das laufende Jahr 2026 vorliegen.

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlichte ihren aktuellen Bericht zur Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen am 30. April 2026. Der Bericht wertet die vollständigen Jahresdaten für 2025 aus. Bei der Beschäftigungsstatistik nach dem Anzeigeverfahren sind die aktuellsten verfügbaren Daten dagegen 2024. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Für einen Blogbeitrag mit dem Stand 2026 sollte deshalb immer angegeben werden, auf welches Berichtsjahr sich die jeweilige Kennzahl bezieht.

Schwerbehinderung und Arbeitsmarkt: Entwicklung seit 2015

Die langfristige Entwicklung der Arbeitslosenquote zeigt, dass die Quote schwerbehinderter Menschen seit 2015 zunächst deutlich zurückging. Nach dem zwischenzeitlichen Anstieg während der Corona-Jahre erreichte sie 2022 einen Tiefpunkt von 10,8 %. Anschließend nahm sie wieder zu.

Jahr Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen
2015 13,4 %
2016 12,4 %
2017 11,7 %
2018 11,2 %
2019 10,9 %
2020 11,8 %
2021 11,5 %
2022 10,8 %
2023 11,0 %
2024 11,6 %
2025 12,0 %

Die Referenzquote entwickelte sich ebenfalls, allerdings auf einem niedrigeren Niveau. 2025 betrug sie 7,6 %. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Bundesagentur für Arbeit – Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen 2025

Fazit

Die Statistik zum Arbeitsmarkt schwerbehinderter Menschen 2026 zeigt auf Grundlage der neuesten verfügbaren Jahresdaten 2025 mehrere wichtige Kennzahlen:

  • Die Erwerbstätigenquote schwerbehinderter Menschen lag bei 50,9 %.
  • Zum Vergleich betrug die Erwerbstätigenquote der Bevölkerung insgesamt 77,2 %.
  • 2025 waren durchschnittlich rund 185.000 schwerbehinderte beziehungsweise gleichgestellte Menschen arbeitslos.
  • Die Arbeitslosenquote lag bei 12,0 %, gegenüber 7,6 % bei der entsprechenden Referenzgruppe.
  • 52 % der arbeitslosen Schwerbehinderten verfügten über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen akademischen Abschluss.
  • Rund 1,14 Millionen Menschen mit Schwerbehinderung waren 2024 in Betrieben mit mindestens 20 Arbeitsplätzen beschäftigt.
  • Rund 62.000 Menschen mit Schwerbehinderung beendeten 2025 ihre Arbeitslosigkeit durch Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt, Ausbildung oder Selbstständigkeit.

Die Statistik macht zugleich deutlich, dass die Arbeitsmarktintegration nicht allein vom formalen Bildungsabschluss abhängt. Trotz vergleichsweise hoher Qualifikationsanteile unter den arbeitslosen Schwerbehinderten liegt ihre Beschäftigungsquote unter der Gesamtbevölkerung und ihre Arbeitslosenquote über der entsprechenden Referenzquote. (Arbeitsagentur)

Quellen:

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