Wie viele Menschen mit Schwerbehinderung leben in Deutschland? Die aktuelle Statistik des Statistischen Bundesamtes zeigt für das Jahr 2025 rund 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen. Damit waren 9,4 % der Gesamtbevölkerung schwerbehindert. Die Statistik wurde im Juli 2026 veröffentlicht und basiert auf dem Stichtag 31. Dezember 2025. (Destatis)
Für die Einordnung ist wichtig: Als schwerbehindert gelten in der amtlichen Statistik Menschen, denen ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 zuerkannt wurde und die einen gültigen Schwerbehindertenausweis besitzen. Menschen mit einem GdB von 20 bis 40 werden deshalb in dieser Statistik nicht als schwerbehindert gezählt. (Destatis)
Schwerbehinderte Menschen in Deutschland 2026: Statistik-Tabelle
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Schwerbehinderte Menschen 2025 | 7.835.175 |
| Anteil an der Gesamtbevölkerung | 9,4 % |
| Männer | 3.909.640 |
| Frauen | 3.925.535 |
| Anteil Männer | rund 49,9 % |
| Anteil Frauen | rund 50,1 % |
| Mindest-GdB für Schwerbehinderung | 50 |
| Statistik-Stichtag | 31.12.2025 |
| Erhebung | alle zwei Jahre |
Die exakte Zahl von 7.835.175 schwerbehinderten Menschen stammt aus der aktuellen GENESIS-Online-Tabelle des Statistischen Bundesamtes. Die gerundete Angabe von „7,8 Millionen“ wird von Destatis für die Veröffentlichung 2026 verwendet. (Destatis)
Destatis: Statistik der schwerbehinderten Menschen
Entwicklung der Zahl schwerbehinderter Menschen
Die Zahl der schwerbehinderten Menschen bewegt sich seit vielen Jahren auf einem hohen Niveau. Die aktuelle Statistik weist für Ende 2025 insgesamt 7.835.175 Menschen aus. Zum Jahresende 2023 waren es 7.862.325. 2021 lag die Zahl bei 7.795.340. (Destatis)
| Jahr | Schwerbehinderte Menschen |
|---|---|
| 2009 | 7.101.682 |
| 2011 | 7.289.173 |
| 2013 | 7.548.965 |
| 2015 | 7.615.560 |
| 2017 | 7.766.573 |
| 2019 | 7.902.960 |
| 2021 | 7.795.340 |
| 2023 | 7.862.325 |
| 2025 | 7.835.175 |
Damit liegt die Zahl 2025 etwas unter dem Wert von 2023. Destatis weist allerdings darauf hin, dass die Vergleichbarkeit insbesondere wegen umfangreicher Bereinigungen der Verwaltungsdaten in Hessen und Sachsen eingeschränkt ist. Dort wurden für 2025 zusammen rund 195.000 weniger schwerbehinderte Menschen erfasst als 2023. (Destatis)
Welcher Grad der Behinderung ist am häufigsten?
Der Grad der Behinderung wird in Zehnerschritten festgestellt. Bei schwerbehinderten Menschen liegen die Werte zwischen GdB 50 und GdB 100.
Die aktuell detailliert veröffentlichten GdB-Daten für 2023 zeigen folgende Verteilung:
| Grad der Behinderung | Anzahl 2023 | Anteil an Schwerbehinderten |
|---|---|---|
| GdB 50 | 2.766.475 | ca. 35,2 % |
| GdB 60 | 1.193.305 | ca. 15,2 % |
| GdB 70 | 845.730 | ca. 10,8 % |
| GdB 80 | 964.905 | ca. 12,3 % |
| GdB 90 | 375.170 | ca. 4,8 % |
| GdB 100 | 1.716.745 | ca. 21,8 % |
| Gesamt | 7.862.325 | 100 % |
Quelle der absoluten Zahlen: Statistisches Bundesamt, Statistik der schwerbehinderten Menschen. Die Prozentwerte sind aus den dort ausgewiesenen absoluten Zahlen berechnet. (Destatis)
Besonders auffällig ist der hohe Anteil der beiden Gruppen GdB 50 und GdB 100. 2023 entfielen zusammen rund 57 % der schwerbehinderten Menschen auf diese beiden Kategorien. Destatis berichtet außerdem, dass 2023 bei mehr als einem Fünftel ein GdB von 100 festgestellt war. (Destatis)
Für 2025 nennt Destatis weiterhin einen Anteil von 36 % mit GdB 50 und 21 % mit GdB 100. (Destatis)
Was bedeutet der GdB?
Der Grad der Behinderung beschreibt nicht unmittelbar einen prozentualen Verlust der Leistungsfähigkeit. Vielmehr wird anhand gesetzlich festgelegter Kriterien bewertet, wie stark die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.
Ein GdB von 50 bedeutet deshalb beispielsweise nicht, dass eine Person „zu 50 Prozent arbeitsfähig“ oder „zu 50 Prozent behindert“ ist. Der GdB ist eine eigenständige sozialrechtliche Einstufung.
Ab einem GdB von 50 liegt im Sinne der entsprechenden gesetzlichen Regelungen eine Schwerbehinderung vor. Menschen mit einem GdB von 30 oder 40 können unter bestimmten Voraussetzungen einer schwerbehinderten Person gleichgestellt werden, beispielsweise im Arbeitsleben. Diese Personen sind jedoch nicht automatisch Teil der Statistik der schwerbehinderten Menschen.
Anteil der Schwerbehinderten an der Bevölkerung
2025 waren laut Destatis 9,4 % der Gesamtbevölkerung schwerbehindert. Anders ausgedrückt entspricht das ungefähr einer von elf Personen. (Destatis)
| Jahr | Schwerbehinderte | Anteil an Bevölkerung |
|---|---|---|
| 2019 | 7,90 Mio. | rund 9,5 % |
| 2021 | 7,80 Mio. | rund 9,4 % |
| 2023 | 7,86 Mio. | 9,3 % |
| 2025 | 7,84 Mio. | 9,4 % |
Bei der Interpretation der Zeitreihe muss berücksichtigt werden, dass Destatis die Bevölkerungsquoten auf Basis unterschiedlicher Bevölkerungsfortschreibungen berechnet hat. Zudem wurden die Verwaltungsdaten für die aktuelle Erhebung teilweise umfangreich bereinigt. (Destatis)
Schwerbehinderung und Alter
Schwerbehinderung ist stark mit dem Lebensalter verbunden. Ende 2025 waren 34 % beziehungsweise rund 2,7 Millionen der schwerbehinderten Menschen mindestens 75 Jahre alt. Weitere 45 % beziehungsweise rund 3,5 Millionen gehörten zur Altersgruppe von 55 bis 74 Jahren. (Destatis)
| Altersgruppe | Anteil 2025 | Anzahl ungefähr |
|---|---|---|
| unter 18 Jahre | 3 % | 231.000 |
| 18 bis 54 Jahre | rund 18 % | ca. 1,4 Mio. |
| 55 bis 74 Jahre | 45 % | 3,5 Mio. |
| 75 Jahre und älter | 34 % | 2,7 Mio. |
| Gesamt | 100 % | 7,8 Mio. |
Die Zahlen verdeutlichen, dass der größte Teil der Schwerbehindertenstatistik auf ältere Menschen entfällt. Schwerbehinderungen entstehen laut Destatis wesentlich häufiger im Laufe des Lebens als bereits bei der Geburt oder im Kindesalter. (Destatis)
Welche Ursachen haben schwere Behinderungen?
Auch bei den Ursachen zeigt sich ein deutlicher Schwerpunkt. Gut 91 % der schweren Behinderungen wurden 2025 durch eine Krankheit verursacht. Rund 3 % waren angeboren beziehungsweise traten bereits im ersten Lebensjahr auf. Gut 1 % gingen auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurück. (Destatis)
Damit zeigt die Statistik, dass Schwerbehinderung keineswegs überwiegend auf angeborene Behinderungen oder Unfälle zurückzuführen ist. Erkrankungen stellen mit großem Abstand die wichtigste erfasste Ursache dar.
Körperliche, geistige und seelische Behinderungen
2025 hatten 57 % der schwerbehinderten Menschen eine körperliche Behinderung. Bei 27 % waren innere Organe beziehungsweise Organsysteme betroffen. Weitere Kategorien waren unter anderem Einschränkungen von Armen und Beinen, Wirbelsäule und Rumpf sowie Seh- und Hörbehinderungen. (Destatis)
Geistige oder seelische Behinderungen machten zusammen 16 % aus. Bei weiteren 9 % wurden zerebrale Störungen ausgewiesen. Bei 19 % war die Art der schwersten Behinderung statistisch nicht entsprechend ausgewiesen. (Destatis)
Was sagt die Statistik für 2026 aus?
Die Bezeichnung „Statistik 2026“ ist bei diesen Daten etwas irreführend. Die amtliche Statistik wird zweijährlich zum 31. Dezember erhoben. Die im Juli 2026 veröffentlichte aktuelle Statistik bezieht sich daher auf den 31. Dezember 2025. (Destatis)
Für 2026 lässt sich deshalb festhalten:
- In Deutschland leben rund 7,8 Millionen Menschen mit Schwerbehinderung.
- Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt 9,4 %.
- Als schwerbehindert gilt in dieser Statistik grundsätzlich ein GdB von mindestens 50 und ein gültiger Schwerbehindertenausweis.
- Der häufigste einzelne GdB ist 50.
- Rund ein Fünftel der Schwerbehinderten hat einen GdB von 100.
- Die große Mehrheit der Schwerbehinderten ist älter als 55 Jahre.
- Krankheiten sind mit über 90 % die mit Abstand wichtigste ausgewiesene Ursache.
Destatis: GENESIS-Online, Tabelle 22711-0001
Fazit
Die aktuelle Menschen-mit-Schwerbehinderung-Statistik 2026 weist für den Jahreswechsel 2025 insgesamt 7.835.175 schwerbehinderte Menschen in Deutschland aus. Das entspricht 9,4 % der Bevölkerung. Damit betrifft Schwerbehinderung einen erheblichen Teil der Bevölkerung.
Die GdB-Verteilung zeigt gleichzeitig, dass Schwerbehinderung sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Besonders häufig sind GdB 50 und GdB 100. Für eine sachliche Bewertung der Entwicklung sollten außerdem die Altersstruktur, die zweijährige Erhebungsweise und die von Destatis genannten Bereinigungen der Verwaltungsdaten berücksichtigt werden. (Destatis)
Quellen: