Eine Auffahrrampe kann einen Hauseingang, eine einzelne Stufe oder mehrere Stufen für Rollstuhlfahrer, Rollatornutzer und andere Personen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich machen. Entscheidend ist dabei die richtige Rampenlänge. Je höher eine Stufe oder ein Podest ist, desto länger muss die Rampe bei einer bestimmten Steigung ausfallen.
Für eine möglichst selbstständige Nutzung gilt eine Steigung von maximal 6 Prozent als wichtiger Orientierungswert für barrierefreie Rampen. Bei öffentlich zugänglichen Gebäuden sieht die DIN 18040-1 grundsätzlich maximal 6 Prozent Längsneigung vor. (Nullbarriere)
Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um eine Steuer- oder Rechtsberatung. Der Artikel wurde mit großer Sorgfalt recherchiert. Dennoch sind alle Angaben, insbesondere zu Kosten oder Preisen ohne Gewähr und können sich jederzeit ändern. Der Artikel wurde am 13.09.2026 veröffentlicht und zuletzt am 13.09.2026 editiert.
Auffahrrampe Länge Tabelle 2026
Die benötigte Länge lässt sich aus der zu überwindenden Höhe und der gewünschten Steigung berechnen. Die folgende Tabelle zeigt wichtige Richtwerte:
| Stufenhöhe | 6 % Steigung | 10 % Steigung | 12 % Steigung | 15 % Steigung | 20 % Steigung |
|---|---|---|---|---|---|
| 5 cm | 0,83 m | 0,50 m | 0,42 m | 0,33 m | 0,25 m |
| 10 cm | 1,67 m | 1,00 m | 0,83 m | 0,67 m | 0,50 m |
| 15 cm | 2,50 m | 1,50 m | 1,25 m | 1,00 m | 0,75 m |
| 20 cm | 3,33 m | 2,00 m | 1,67 m | 1,33 m | 1,00 m |
| 25 cm | 4,17 m | 2,50 m | 2,08 m | 1,67 m | 1,25 m |
| 30 cm | 5,00 m | 3,00 m | 2,50 m | 2,00 m | 1,50 m |
| 36 cm | 6,00 m | 3,60 m | 3,00 m | 2,40 m | 1,80 m |
| 40 cm | 6,67 m | 4,00 m | 3,33 m | 2,67 m | 2,00 m |
| 50 cm | 8,33 m | 5,00 m | 4,17 m | 3,33 m | 2,50 m |
| 60 cm | 10,00 m | 6,00 m | 5,00 m | 4,00 m | 3,00 m |
| 80 cm | 13,33 m | 8,00 m | 6,67 m | 5,33 m | 4,00 m |
| 100 cm | 16,67 m | 10,00 m | 8,33 m | 6,67 m | 5,00 m |
Die Werte sind mathematische Richtwerte. Bei mobilen Rampen müssen zusätzlich die Herstellerangaben, Auflager, Belastbarkeit, Rampenkonstruktion und der konkrete Rollstuhl berücksichtigt werden.
Wie berechnet man die richtige Rampenlänge?
Die grundlegende Berechnung ist einfach:
Rampenlänge = Höhenunterschied ÷ Steigung
Die Prozentangabe muss dabei als Dezimalzahl eingesetzt werden.
Beispiel bei einer 30 cm hohen Stufe und 6 Prozent Steigung:
30 cm ÷ 0,06 = 500 cm
Die Rampe müsste also eine Steigungslänge von ungefähr 5 Metern haben.
Eine entsprechende Berechnung wird auch in aktuellen Ratgebern zur Rampenplanung verwendet. (Barrierefrei)
Welche Rampenlänge brauche ich bei einer Stufe?
Bei einer einzelnen Stufe kommt es darauf an, wie hoch diese ist. Eine typische Hauseingangsstufe kann beispielsweise 15 bis 20 cm hoch sein.
Bei 6 Prozent Steigung ergeben sich folgende Richtwerte:
| Stufenhöhe | Benötigte Rampenlänge bei 6 % |
|---|---|
| 10 cm | 1,67 m |
| 15 cm | 2,50 m |
| 18 cm | 3,00 m |
| 20 cm | 3,33 m |
| 25 cm | 4,17 m |
| 30 cm | 5,00 m |
| 36 cm | 6,00 m |
Schon eine einzelne 20-cm-Stufe benötigt bei einer flachen 6-prozentigen Steigung somit eine Rampe von mehr als drei Metern.
Warum ist eine 6-prozentige Steigung wichtig?
Je steiler eine Auffahrrampe ist, desto größer ist die erforderliche Kraft beim Befahren. Das gilt insbesondere für Personen, die einen manuellen Rollstuhl selbst antreiben.
Eine Rampe mit 6 Prozent Steigung entspricht ungefähr einem Verhältnis von 1:16,7. Das bedeutet: Für 1 cm Höhenunterschied werden etwa 16,7 cm Rampenlänge benötigt.
Für öffentlich zugängliche Bereiche nennt die DIN 18040-1 maximal 6 Prozent Längsneigung. Zusätzlich sind unter anderem ausreichende Bewegungsflächen und Zwischenpodeste zu berücksichtigen. (Nullbarriere)
Auffahrrampe 10 Prozent: Wann ist sie sinnvoll?
Eine Steigung von 10 Prozent reduziert die benötigte Rampenlänge erheblich. Für eine 30 cm hohe Stufe wären beispielsweise nur 3 Meter erforderlich.
Allerdings ist eine solche Rampe deutlich steiler als eine 6-prozentige Rampe. Für selbstfahrende Rollstuhlnutzer kann das Befahren deshalb wesentlich anstrengender sein.
Im privaten Bereich können je nach Nutzer, Hilfsmittel und konkreter Situation andere Steigungen praktikabel sein. Eine pauschale Aussage, dass jede Person eine 10-prozentige Rampe sicher befahren kann, wäre deshalb nicht sinnvoll. (Treppauf)
Rampenlänge bei 15 Prozent Steigung
Bei 15 Prozent wird die Rampe nochmals deutlich kürzer. Eine Höhe von 30 cm lässt sich rechnerisch bereits mit einer 2 Meter langen Steigungsstrecke überwinden.
Eine solche Steigung ist allerdings nicht für jeden Nutzer eines manuellen Rollstuhls geeignet. Sie kann beispielsweise eine Unterstützung durch eine Hilfsperson oder einen geeigneten elektrischen Antrieb voraussetzen.
Bei Elektrorollstühlen sind zusätzlich unbedingt die Angaben des jeweiligen Herstellers zu beachten. (Thiele Shop)
20 Prozent Steigung: kurze Rampe, hohe Anforderungen
Bei 20 Prozent Steigung benötigt eine 30 cm hohe Stufe rechnerisch nur 1,50 Meter Rampenlänge.
Das klingt zunächst attraktiv, bedeutet aber eine sehr steile Auffahrt. Pflege.de nennt Steigungen bis etwa 20 Prozent insbesondere im Zusammenhang mit Elektroantrieben beziehungsweise Elektromobilen; für selbstständige Nutzer eines manuellen Rollstuhls ist eine solche Steigung nicht als allgemeine Empfehlung anzusehen. (pflege.de)
Bei einer solchen Rampe sollten die Herstellerangaben des Rollstuhls beziehungsweise des Rampensystems unbedingt berücksichtigt werden.
Rampenlänge Tabelle nach Nutzergruppe
Als grobe Orientierung kann folgende Einteilung verwendet werden:
| Nutzung | Orientierungswert für Steigung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Selbstständiger Rollstuhlfahrer | bis ca. 6 % | möglichst flache Rampe |
| kräftiger Selbstfahrer | ca. 6–10 % | höhere körperliche Belastung |
| Rollstuhl mit Hilfsperson | ca. 10–15 % | Kraft der Hilfsperson entscheidend |
| Rollstuhl mit kräftiger Hilfsperson | ca. 15–20 % | nur unter geeigneten Bedingungen |
| Elektrorollstuhl | je nach Modell bis ca. 20 % | Herstellerangaben beachten |
Diese Werte sind keine pauschalen Sicherheitsfreigaben. Pflege.de und andere Fachinformationen weisen ebenfalls darauf hin, dass die geeignete Steigung von Nutzer, Hilfsperson, Rollstuhl und Einsatzsituation abhängt. (Treppauf)
Was bedeutet 6 Prozent Steigung?
Eine häufige Verwechslung betrifft Prozent und Grad.
Eine Steigung von 6 Prozent bedeutet nicht 6 Grad. Sie entspricht einem Winkel von ungefähr 3,4 Grad.
Das Verhältnis lautet ungefähr:
1 : 16,7
Bei 100 cm waagerechter Länge steigt die Rampe also um etwa 6 cm an.
Für die praktische Rampenplanung ist allerdings die Angabe in Prozent entscheidend.
Rampenlänge und Stufenhöhe richtig messen
Bevor eine Auffahrrampe gekauft wird, sollte die tatsächliche Höhendifferenz möglichst genau gemessen werden.
Bei einer einzelnen Stufe wird von der unteren Ebene bis zur Oberkante der Stufe gemessen.
Bei mehreren Stufen sollte die gesamte zu überwindende Höhe ermittelt werden. Bei einer Treppe mit beispielsweise fünf gleich hohen Stufen von jeweils 18 cm ergibt sich:
5 × 18 cm = 90 cm Höhenunterschied
Bei 6 Prozent Steigung wären rechnerisch etwa:
90 cm ÷ 0,06 = 15 Meter
Steigungslänge erforderlich.
Das zeigt, weshalb bei größeren Höhenunterschieden eine klassische Rampe schnell sehr lang wird.
Zwischenpodeste bei langen Rampen
Bei fest installierten barrierefreien Rampen ist nicht nur die Gesamtsteigung relevant. Auch die Länge einzelner Rampenläufe spielt eine wichtige Rolle.
Nach den in Zusammenhang mit DIN 18040 genannten Anforderungen soll ein Rampenlauf höchstens 6 Meter lang sein. Bei längeren Rampen sind Zwischenpodeste mit mindestens 1,50 Meter Tiefe vorzusehen. Am Anfang und Ende sind ebenfalls Bewegungsflächen von mindestens 1,50 × 1,50 Meter vorgesehen. (Nullbarriere)
Das ist besonders bei größeren Höhenunterschieden wichtig.
Beispiel: 60 cm Höhenunterschied
Bei 6 Prozent wären für 60 cm Höhe insgesamt 10 Meter Steigungslänge erforderlich.
Die Rampe könnte beispielsweise aus zwei Rampenläufen bestehen:
-
- Rampenlauf: maximal 6 m
- Zwischenpodest: mindestens 1,50 m
-
- Rampenlauf: etwa 4 m
- zusätzliche Bewegungsflächen berücksichtigen
Die tatsächliche Planung muss natürlich an die räumlichen Bedingungen angepasst werden.
Mobile Auffahrrampe: Länge ist nicht alles
Bei einer mobilen Rollstuhlrampe sollte nicht ausschließlich auf die Länge geachtet werden.
Wichtig sind auch:
- maximale Belastbarkeit
- Rampenbreite
- rutschhemmende Oberfläche
- sichere Auflage
- seitliche Begrenzungen
- Stabilität
- Gewicht der Rampe
- Transportmöglichkeit
- Steigung
- Länge der tatsächlichen Steigungsfläche
- Eignung für den verwendeten Rollstuhl
Insbesondere bei Schienenrampen muss die Konstruktion zum Rollstuhl passen. Die zulässige Belastung sollte niemals überschritten werden.
Auffahrrampe für Rollator
Für einen Rollator gelten andere praktische Anforderungen als für einen selbstfahrenden Rollstuhl. Eine steile Rampe kann auch beim Gehen mit Rollator problematisch sein.
Neben der Steigung sind deshalb eine rutschfeste Oberfläche und eine sichere Handhabung wichtig. Bei öffentlichen beziehungsweise barrierefreien Anlagen sind zusätzlich die entsprechenden Anforderungen an Breite, Handläufe und Bewegungsflächen zu berücksichtigen.
Auffahrrampe für Elektrorollstuhl
Elektrorollstühle können je nach Modell größere Steigungen bewältigen als viele manuelle Rollstühle. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede 15- oder 20-prozentige Rampe automatisch geeignet ist.
Vor dem Kauf sollte deshalb die Bedienungsanleitung des Elektrorollstuhls geprüft werden. Außerdem müssen Faktoren wie Bodenfreiheit, Radstand und die Gefahr des Aufsetzens berücksichtigt werden. (Thiele Shop)
Was ist besser: kurze oder lange Rampe?
Grundsätzlich gilt:
Eine längere Rampe ermöglicht eine geringere Steigung.
Für selbstständige Rollstuhlnutzer ist eine längere und flachere Rampe deshalb häufig angenehmer und sicherer als eine kurze, steile Ausführung.
Beispiel für eine 30-cm-Stufe:
| Rampenlänge | Steigung |
|---|---|
| 1,50 m | 20 % |
| 2,00 m | 15 % |
| 2,50 m | 12 % |
| 3,00 m | 10 % |
| 5,00 m | 6 % |
Die Tabelle zeigt deutlich, wie stark sich die Steigung durch eine Verlängerung der Rampe reduziert.
Fazit: Die richtige Auffahrrampe Länge 2026
Die richtige Rampenlänge hängt vor allem von der Höhe des Hindernisses und der gewünschten Steigung ab. Als einfache Berechnungsformel gilt:
Rampenlänge = Höhenunterschied ÷ Steigung
Für eine möglichst barrierearme und selbstständige Nutzung ist eine Steigung von 6 Prozent ein wichtiger Richtwert. Bei einer 20 cm hohen Stufe werden dafür etwa 3,33 Meter, bei 30 cm etwa 5 Meter und bei 50 cm bereits etwa 8,33 Meter Rampenlänge benötigt.
Bei höheren Steigungen kann die Rampe zwar wesentlich kürzer ausfallen, gleichzeitig steigt jedoch die körperliche Belastung und das Sicherheitsrisiko. Deshalb sollte die Steigung immer an die konkrete Person, den Rollstuhl beziehungsweise Rollator und die vorhandenen Platzverhältnisse angepasst werden.
Bei dauerhaft installierten Rampen sind außerdem Anforderungen an Rampenlauf, Zwischenpodeste, Bewegungsflächen, Breite, Handläufe und Radabweiser zu berücksichtigen. (Nullbarriere)